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18. Juli 2024 · Dr. med. Markus Geyer
Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2026

Knochenmarködem im MRT – ein oft übersehenes Problem

Knochenmarködem im MRT: Wie die typischen Signalveränderungen entstehen, warum sie oft übersehen werden – und wie eine Bisphosphonat-Infusionstherapie die Schmerzen häufig innerhalb weniger Wochen lindert.

Ein Knochenmarködem ist eine der Ursachen für hartnäckige Gelenk- und Knochenschmerzen, die im klassischen Röntgenbild schlicht nicht zu sehen ist – und deshalb im ärztlichen Alltag oft übersehen oder erst spät erkannt wird. Wer über Wochen unklare, belastungsabhängige Schmerzen hat und trotz unauffälligem Röntgenbefund keine Erklärung erhält, sollte ein Knochenmarködem als mögliche Ursache in Betracht ziehen.

Was ist ein Knochenmarködem?

Der Begriff stammt aus der Magnetresonanztomografie (MRT) und beschreibt ödem-äquivalente Signalveränderungen im spongiösen, also schwammartigen Knocheninneren: eine erhöhte Signalintensität in T2-gewichteten und eine erniedrigte Signalintensität in T1-gewichteten Sequenzen. Diese Signalveränderungen sind Ausdruck einer schmerzhaften Strukturveränderung der feinen Knochenbälkchen. Da sich diese Veränderung ausschließlich im Weichteil- und Knochenmarksignal zeigt, lässt sich ein Knochenmarködem nicht durch Röntgenaufnahmen oder eine Computertomografie darstellen – nur die MRT macht es sichtbar.

Wie entsteht ein Knochenmarködem?

Typische Auslöser sind:

  • Unfälle: etwa Prellungen oder knochennahe Verletzungen, bei denen keine eigentliche Fraktur vorliegt.
  • Überlastung (Repetitive Strain Injuries): wiederholte, gleichförmige Belastung im Sport, die über die Zeit zu Mikroschädigungen im Knochen führt.
  • Gelenknaher Verschleiß: insbesondere im Rahmen einer Arthrose entsteht häufig ein begleitendes Knochenmarködem in den knorpelnahen Bezirken.

Warum es oft übersehen wird

Ein Knochenmarködem kann starke bis stärkste Schmerzen verursachen, ohne dass im Röntgenbild eine Ursache erkennbar ist. Das führt in der Praxis häufig dazu, dass Betroffene lange ohne konkrete Diagnose bleiben oder die Ursache zunächst woanders vermutet wird. Unbehandelt heilt ein Knochenmarködem unter Schonung und Entlastung in vielen Fällen spontan ab – der Heilverlauf kann sich dabei aber über mehrere Monate hinziehen. Gerade für Leistungssportler ist das häufig weder zeitlich noch praktisch tragbar. Bei gelenknahen Ödemen wird mitunter auch operiert, obwohl die Operation die eigentliche Ursache der Schmerzen – das Ödem selbst – nicht behebt.

Behandlung: Bisphosphonat-Infusionstherapie

Eine deutliche Beschleunigung der Schmerzlinderung gelingt in der Regel durch die Gabe von Bisphosphonaten – ursprünglich ein Medikament gegen Osteoporose, das seit Jahren off-label, unter anderem im Profifußball, zur Behandlung des Knochenmarködems eingesetzt wird. „Off-Label" bedeutet: Der Wirkstoff ist für diese Indikation nicht offiziell zugelassen, wird aber auf Basis klinischer Erfahrung gezielt eingesetzt; wir klären Sie vor Behandlungsbeginn ausführlich über Nutzen, Alternativen und mögliche Risiken auf.

Üblich sind 1 bis 2 Infusionen im Abstand von 2 bis 4 Wochen. Bei Ansprechen der Therapie gehen die Schmerzen bei vielen Patientinnen und Patienten innerhalb von 4 bis 6 Wochen deutlich zurück. Wie bei jeder Therapie ist der individuelle Verlauf jedoch nicht in jedem Fall gleich.

Quellen

Häufige Fragen zum Knochenmarködem

Warum sieht man ein Knochenmarködem nicht im Röntgenbild? Weil sich die Signalveränderung ausschließlich im Weichteilsignal des Knochenmarks zeigt – das kann nur die MRT abbilden, nicht Röntgen oder CT.

Heilt ein Knochenmarködem auch ohne Behandlung ab? In vielen Fällen ja, unter Schonung und Entlastung – der Heilverlauf kann sich dabei aber über Monate hinziehen. Die Bisphosphonat-Infusionstherapie kann diesen Prozess bei geeigneter Indikation deutlich verkürzen.

Für wen kommt die Infusionstherapie infrage? Insbesondere für Patientinnen und Patienten mit anhaltenden, belastungsabhängigen Schmerzen bei gesichertem Knochenmarködem im MRT – ob die Therapie im Einzelfall geeignet ist, klären wir im persönlichen Gespräch.

Haben Sie unklare, hartnäckige Gelenk- oder Knochenschmerzen ohne Röntgenbefund? Vereinbaren Sie gern einen Termin in unserer Privatpraxis in Rosenheim – bei Verdacht auf ein Knochenmarködem ist eine MRT-Diagnostik der nächste sinnvolle Schritt.

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